Matthias Rösch, Landesbehindertenbeauftragter, auf Sommertour beim Bernkasteler Ruderverein

Nicht reden – einfach mal zeigen! Das war das Thema nach einer kurzen Begrüßung von Matthias Rösch, dem Landesbehindertenbeauftragten von Rheinland-Pfalz, der  im Rahmen einer nachmittaglichen Sommervisite den Bernkasteler Ruderverein (BRV) am 14.08.2020 besuchte und einmal ein Training mit Menschen mit Beeinträchtigung sehen wollte. Der BRV beschäftigt sich seit nunmehr 3 Jahren in seinem Projekt UNIFIED-Rudern mit dem Pararudern als Vereinsangebot und hat seitdem mehr als 12 Para-Sportler/Innen als Vereinsmitglieder gewinnen können. Seitdem gibt es auch zwei aktive Vereins-Kooperationen, bei denen diese Sportgruppen eigenständig oder mit aktiver Unterstützung von BRV-Übungsleitern Boote und Indoor-Einrichtungen im Bootshaus nutzen. Bei der Stippvisite mit dabei waren auch geladene Gäste aus dem Bereich der Politik und von Behinderteneinrichtungen, sowie ein Inklusionslotse vom Landessportbund (LSB) Rheinland-Pfalz, der in seinen Begrüßungsworten das Angebot des BRV als einen der Leuchttürme in Rheinland-Pfalz in der Umsetzung der Inklusion im Sport bezeichnete.

 

Die Para-Übungsleiter des BRV zeigten und erläuterten den geladenen Gästen und zahlreich erschienenen Vereinsmitgliedern die verschiedenen Ansätze des Ruderns auf der Mosel mit beeinträchtigten Menschen. Neben einem niedrigschwelligen Angebot des Ruderns mit Riemen in einer Wanderruderbarke startete an diesem Tag auch ein inklusives Para-Mannschaftsboot, ein Para-Doppelvierer mit Steuerfrau, mit einer gemischten Besatzung, auf die Mosel. Neben koordinativen Leistungen in der Ruderbewegung werden hierbei insbesondere Konzentration und Gleichgewichtssinn sowie der Teamgeist der gesamten Bootsbesatzung beim Vorbereiten auf das Rudern gefördert. Mit größtem Interesse wurde auch das Rudern im Festsitz-Einer beobachtet und insbesondere interessierten die Technik des Ein- und Aussteigens vom Rollstuhl in das Boot und die hierzu gegebenen Erläuterungen. Momentan findet dies manuell statt, Hilfsmittel wie z.B. eine Einstiegshilfe ähnlich eines variablen Krans im Schwimmsport sind beim derzeit einzigen Festsitz-Ruderer im BRV nicht notwendig und auch im BRV noch nicht vorhanden. Matthias Rösch freute sich über die Umsetzung des Inklusionsgedankens beim Bernkasteler Ruderverein und nutzte seinen Besuch in Bernkastel-Kues, um mit den anwesenden aktiven beeinträchtigten Sportlerinnen und Sportlern über ihre Sichtweise auf die Corona-Einschränkungen der letzten Monate zu sprechen. Als sportlicher Mensch, so Rösch, würde auch er gerne einmal einen Festsitz-Einer ausprobieren. Vielleicht beim nächsten Besuch in Bernkastel-Kues …